Edwin Moses - Die Kunst der 400 Meter Hürden
- Andreas Behr

- 1. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ich musste das einfach teilen, ein wunderbarer Film. 13 Steps, ist derzeit in der ARD Mediathek zu finden. Für alle die schon etwas älter sind und irgendwann Edwin Moses laufen haben sehen. Schaut euch den Film an, er ist es wert vor der Glotze zu sitzen.
Ich habe in, damals als Kind oder jugendlicher, bewundert. Moses war super und hat einfach immer gewonnen. Einmal war ich nah dran, in Australien war er mit Cathy Freemann, Daley Thompson bei jugendlichen in einem kleinen Ort, Port Lincoln. Ich saß auf einer Terasse und konnte diese Legenden sehen. Sie sind nicht mehr gelaufen, sie waren einfach da.
Edwin Moses gilt als einer der größten Leichtathleten aller Zeiten. Der Amerikaner dominierte die 400-Meter-Hürden wie kein anderer, gewann 122 Rennen in Serie, holte zweimal Olympiagold und prägte eine Disziplin, die als besonders anspruchsvoll gilt.
Doch Moses war mehr als nur ein Ausnahmesportler: Für ihn war jeder Lauf ein Kunstwerk, ein Zusammenspiel aus Wissenschaft, Eleganz und mentaler Stärke. Die Dokumentation „13 Steps“ beleuchtet genau diesen einzigartigen Zugang – und zeigt einen Athleten, der seinen Sport neu definierte und was er noch alles schaffte.
Ein Champion, der sich selbst nie laufen sah
Was Edwin Moses von vielen anderen Legenden unterscheidet: Er erlebte seine größten Momente nur aus der Perspektive des Läufers – nicht als Zuschauer. In den 1970er- und 80er-Jahren gab es keine ständigen Wiederholungen, kein Internet, keine YouTube-Clips.
Moses wusste von seinen Siegen, aber nicht, wie sie aussahen. Erst Jahrzehnte später, beim Anblick alter Aufnahmen, wurde ihm klar, mit welchem Vorsprung und welcher Eleganz er tatsächlich dominierte. Für ihn ein fast surrealer Moment: „Ich hätte mich selbst gerne einmal aus dem Publikum gesehen.“
400-Meter-Hürden als Kunstform
Während viele Konkurrenten die Hürden als Hindernisse empfanden, sah Moses sie als Teil einer Choreografie. Seine Disziplin verstand er als Mischung aus Athletik, Wissenschaft und Kunst.
Schon früh analysierte er nicht nur Trainingspläne, sondern auch mathematische und biomechanische Zusammenhänge. Inspiration holte er sich sogar aus dem Ballett. Die Eleganz großer Tänzer wie Rudolf Nurejew oder Mikhail Baryshnikov half ihm, Bewegungsabläufe effizienter zu gestalten. Eleganz und Effizienz wurden eins – und machten seinen Stil unverwechselbar.
Die Magie der 13 Schritte
Berühmt wurde Moses auch durch seine 13-Schritte-Technik: Zwischen jeder Hürde legte er exakt 13 Schritte zurück. Für ihn war das keine taktische Option, sondern eine Gesetzmäßigkeit. Dieser Rhythmus verlieh ihm Stabilität, machte ihn unberechenbar für die Konkurrenz – und zum Serien-Sieger. Er berechnete mit welchem Fuß er abspringen und landen musste um weniger Strecke zu laufen.
Die 400-Meter-Hürden gelten als besonders fehleranfällig: Start, zehn Hürden, Landungen – 31 potenzielle Fehlerquellen. Moses perfektionierte den Lauf nicht, aber er minimierte Fehler konsequent. Hinzu kam eine außergewöhnliche mentale Stärke, die er durch Meditation und Visualisierung trainierte.
122 Siege in Serie – mehr als nur Zahlen
Zwischen 1977 und 1987 verlor Edwin Moses kein einziges Rennen. Diese unglaubliche Serie von 122 Siegen ist bis heute unerreicht. Doch für Moses war die Jagd nach Rekorden nie das Hauptziel. Er betrachtete jeden Wettkampf als eine Bühne, auf der er seine Technik und Eleganz präsentieren konnte.
Dieses Selbstverständnis machte ihn nicht nur zu einem Champion, sondern auch zu einem Visionär. Für ihn war der 400-Meter-Hürdenlauf kein Kampf gegen Gegner, sondern eine Kunstform, die er perfektionierte.
Vom Sport zur Zeitgeschichte
Moses’ Karriere erzählt nicht nur von sportlicher Größe, sondern auch von einer Zeit des Umbruchs. Aufgewachsen in einer afroamerikanischen Lehrerfamilie in Ohio, sah er als Kind im Fernsehen Bilder von Polizeigewalt gegen Schwarze Bürgerrechtler im Süden der USA. Diese Erfahrungen prägten sein Bewusstsein für Gerechtigkeit und Durchhaltevermögen – Eigenschaften, die auch seine sportliche Laufbahn bestimmten.
Edwin Moses als Leichtathletik-Legende
Edwin Moses war mehr als ein Olympiasieger. Er ist ein Ingenieur, ein Denker, ein Künstler, hat ein MBA und ist ein Athlet, der die 400-Meter-Hürden neu definierte. Seine Kombination aus Präzision, Eleganz und mentaler Stärke machte ihn zur Legende.
Die Dokumentation „13 Steps“ zeigt eindrucksvoll, wie ein Mann den Sport nicht nur beherrschte, sondern in eine Kunstform verwandelte. Er hat, nach dem Sport weiter studiert und viel für die Anti Doping Arbeit getan.
Größe im Sport wird nicht allein durch Medaillen gemessen wird – sondern durch die Art, wie man ihn lebt. Schaut es Euch an, ich fand´s super. Die Dankbarkeit die er und seine Mitkommilitonen dem Morehouse College erweisen. Großes Kino.
Alle sprechen von 10.000 Schritten am Tag. Für Moses waren es wohl Millionen um immer wieder 13 in Perfektion zwischen die Hürden zu legen.
Alles Liebe
Andreas



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